Der Pariser Platz in Berlin

Der Pariser Platz wurde 1734 unter der Herrschaft des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm I. als „Quarree“ (im Grundriß quadratischer Platz) mit einem Vorgängerbau des Brandenburger Tores angelegt, als der königliche Oberbaudirektor Philipp Gerlach die Dorotheenstadt erweitern ließ.

Er wurde als geschlossener Empfangsraum vor diesem Tor entworfen und mit zweigeschossigen Palais bebaut, die Mansardendächer hatten. Sie waren äußerlich recht verschieden, wurden aber durch ihren gemeinsamen Baustil, den Historismus, als Platzbebauung zusammengehalten. Heute liegt der Platz östlich des Brandenburger Tores und am Westende der Leipziger Straße.

Das Brandenburger Tor selbst wurde seit 1788 nach einem Entwurf von Carl Gotthard Langhans als Stadtpforte nach Westen hier errichtet und 1791 dem Verkehr übergeben. Es wurde als Sandsteinbau mit zwölf dorischen Säulen ausgeführt. Die darauf platzierte Quadriga (Viergespann) mit der Viktoria (Siegesgöttin) von Gottfried Schadow folgte 1794. Während der französischen Besetzung Berlins entführten Napoleons Truppen diese Figurengruppe. Sie wurde nach dem Sieg über Napoleon zurückgebracht und in derselben Position und Richtung wie zuvor wieder aufgestellt. 1950 stießen Mitglieder der FDJ (Jugendorganisation der SED in der DDR) die Reste der im Krieg stark beschädigten Quadriga vom Tor.

Mitte der fünfziger Jahre wurde sie nachgegossen und wieder auf dem Tor platziert. Seitlich des Tormittelbaues schließen sich beidseitig rechtwinklig angeordnete Flügelbauten an, die kleinen Tempeln ähnlich sind. Sie waren früher Wachhäuser und direkt der Randbebauung des Pariser Platzes angeschlossen. Durch das Tor zogen die deutschen Soldaten nach dem Sieg im Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 und nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg 1918; aber auch der Fackelzug der SA nach der NS-„Machtergreifung“ am 30. Januar 1933 führte durch das historische Bauwerk. Es ist heute das einzige erhaltene Stadttor Berlins.

Seinen heutigen Namen trägt der Pariser Platz seit dem Einzug der im Befreiungskrieg gegen Napoleon siegreichen preußischen Soldaten am 7. August 1814. Schon im 19. Jahrhundert galt er mit seinen prächtigen Palais als einer der schönsten Plätze Berlins. Seitdem hatten berühmte Berliner hier Häuser oder Wohnungen: Der Dramatiker und Politiker August von Kotzebue, der Rechtsgelehrte Friedrich Carl von Savigny (1842 bis 1848) und die Mutter des Komponisten Giacomo Meyerbeer, der zeitweise hier lebte. Der Schriftsteller Achim von Arnim wuchs im Arnimschen Palais auf und der Maler Max Liebermann bewohnte mit seiner Frau Martha und seinem verwitweten Vater ein Stadtpalais neben dem nördlichen Wachgebäude des Brandenburger Tores. Der Berliner Künstler, dessen 150. Geburtstag vor kurzem begangen wurde, war 1892 hier eingezogen und hatte in seinem Atelier im Obergeschoß des Hauses den eigenen Stil des Malens entwickelt, wodurch er der bedeutendste deutsche Impressionist wurde. Dort porträtierte er die Elite der damaligen Gesellschaft. Bald galt er als „Malerfürst vom Pariser Platz“, eine im preußischen Berlin verwurzelte Persönlichkeit. Von 1920 bis 1932 war er Präsident der Preußischen Akademie der Künste. Bis zu seinem Tod 1935 lebte er in dem Palais am Platz. Seine Witwe wurde später von den Nazis aus dem Haus vertrieben.

Neben den Wohnhäusern entstand eine Reihe von Staatsbauten. Von Karl Friedrich Schinkel wurde 1829 bis 1833 am Platz das Redernsche Palais erbaut, das 1905 dem Gebäude des alten Hotels „Adlon“ weichen mußte. Dieser sehr große Bau beherrschte den Platz an der Ostseite, direkt an der Ecke der Wilhelmstraße. In der Weimarer Republik und in der NS-Zeit beherbergte das Haus noch mehr Gäste als während der Kaiserzeit. Den Zweiten Weltkrieg überstand es dank Splittermauern und vernagelter Fensterfronten beschädigt. Sein Tiefbunker galt damals als besonders bombensicher. Zuletzt wurde das Haus als Lazarett genutzt. Unmittelbar nach der Kapitulation Berlins vor den Sowjettruppen Anfang Mai 1945 brannte es drei Tage lang aus. Die Ursache konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden; vermutlich wollten Sowjetsoldaten den erhaltenen Weinkeller plündern und setzten es dabei in Brand. Unmittelbar neben dem „Adlon“ lag an der Südseite die Preußische Akademie der Künste. 1904 hatte man sie an den Platz umgesiedelt, wo sie das bis 1907 hergerichtete Arnimsche Palais bezog. Hier fanden in den folgenden Jahrzehnten viele Ausstellungen statt. Das Haus wurde zum ständigen Treffpunkt deutscher Künstler und Schriftsteller, bis es Anfang 1937 der NS-Reichsregierung überlassen werden mußte. Die im Gebäude befindlichen Ausstellungsräume dienten nun dazu, Pläne und Modelle der neuen „Reichshauptstadt Germania“ von Hitlers Architekt Albert Speer auszulegen, die der größenwahnsinnige „Führer“ sich dann nachts stundenlang wie besessen betrachtete. Während der Nazi-Zeit fanden Aufmärsche und Massenkundgebungen auf dem Platz statt, besonders dort, wo sich die Wilhelmstraße und die Straße Unter den Linden kreuzen. Als öffentlicher Empfangsraum diente der Platz für Besuche von Staatsgästen. So wurde schon 1900 Kaiser Franz Joseph von Österreich hier empfangen. 1905 heiratete das Kronprinzenpaar am Platz und im selben Jahr gab es einen Empfang für König Alfons von Spanien. Der Platz wurde bis in die Zeit des Zweiten Weltkrieges noch häufiger für diese Zwecke genutzt. An seiner Nordseite befand sich die französische Botschaft, während die amerikanische im monumentalen Palais Blücher südlich des Brandenburger Tores ihren Sitz hatte. Diese Botschaften werden zur Zeit an ihren früheren Standorten, doch nicht im Stil der Bauten aus der Zeit vor 1945 neu errichtet.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die architektonische Rahmung des Platzes besonders bei den Endkämpfen 1945 völlig zerstört, lediglich Nebengebäude des alten „Adlon“, die in der DDR noch benutzt und während der siebziger Jahre abgerissen wurden, eine (nach Kriegsende abgetragene) Straßenfront und Ausstellungsräume als Baureste des Akademiegebäudes blieben erhalten; das Hintergebäude wurde zuletzt von der Akademie der Künste der DDR genutzt. Über Jahrzehnte wurde darauf verzichtet, den Platz wiederherzustellen und neu zu bebauen. Dadurch wurde dem Brandenburger Tor seine städtebauliche Bedeutung als Pforte nach Westen genommen, besonders der Mauerbau 1961 machte es vollends zu einem abseits gelegenen Bauwerk. Der Platz verwahrloste zunehmend.

Nach Öffnung der Berliner Mauer Ende 1989 sollte der Pariser Platz wiederhergestellt und so eine Lücke im Stadtbild Berlins geschlossen werden. Den Platz und die Höhe seiner Bauten wollte man früheren Formen nachbilden, was sich allerdings kaum mit den Nutzungswünschen der interessierten Investoren vereinbaren ließ. Er soll nach heutigen Vorstellungen künftig ein repräsentativer Einlaß zur historischen Berliner Innenstadt werden, als ein „Salon der Stadt“ hinter dem Brandenburger Tor gelten. Dafür wurde eigens eine Gestaltungssatzung aufgestellt, die den Bauherren bestimmte Auflagen für ihre Vorhaben macht, um historische Bebauungsformen zumindest teilweise zu erhalten.

Es sind größtenteils Alteigentümer wie Banken, ausländische Regierungen, die nach dem Hauptstadtbeschluss für Berlin 1991wieder hier ihre Botschaftsgebäude errichten wollen, und die Akademie der Künste. An den Entwürfen für neue Bauten waren die international bekannten Architekten Behnisch, Gehry, Kleihues, Kollhoff, Ortner und Potzamparc beteiligt. Auf der linken und der rechten Seite des Brandenburger Tores entstehen das Haus Sommer in Anlehnung an die frühere Bebauung und das neue Liebermann-Haus von Kleihues. Das Haus Sommer ist nach einem königlichen Zimmermeister benannt. Es lag früher am Pariser Platz 1. Die Rekonstruktion hat dieselbe Hausnummer. Denn obwohl durch den Krieg und die 40 DDR-Jahre keine historischen Bauten am Platz außer dem Brandenburger Tor erhalten blieben, haben sich in der späteren Planung die ursprünglichen Parzellen erhalten. In das neue Haus Sommer wird 1998 die Rheinische Hypotheken-Bank einziehen, die den Architekten mit dem historisierenden Neubau beauftragte. Das Haus Liebermann ist ebenfalls an das im Krieg zerstörte Vorbild angenähert, aber etwas einfacher gehalten und steht weniger dicht am Tor als das alte Gebäude.

Das ebenfalls am Platz geplante Bauwerk der Dresdner Bank wurde von dem Architekten Meinhard von Gerkan entworfen; hier sollen noch in diesem Jahr vier Vorstände der zweitgrößten deutschen Geschäftsbank einziehen. Frank Gehry schuf den Entwurf eines sachlichen Bürohauses für die DG-Bank am Platz. Das Gebäude der amerikanischen Botschaft wurde von dem Architektenbüro Moore/Ruble/Yudell aus Kalifornien entwickelt. Direkt neben dem neuen Hotel „Adlon“ will die Akademie der Künste bauen. Das neue Haus wird wieder am Pariser Platz 4 stehen. Nach einem Gutachten von 1993 wurde vom Land Berlin der Auftrag für Entwürfe zu diesem Gebäude mit den gleichen Maßen wie das frühere Haus vergeben. Die daran beteiligten Architekten sollten die noch vorhandenen Ausstellungshallen der alten Akademie erhalten und dazu weitere Gebäude am Platz entwerfen.

Diese Bauten sollen zusätzliche Ausstellungsflächen, Foyers, Sitzungs- und Veranstaltungsräume, Werkstätten, Büros und einen Gebäudeteil für die Archive aufnehmen. 1994 wurde beschlossen, den Gemeinschaftsentwurf der Architekten Behnisch, Sabatke und Durth (Stuttgart) zu verwirklichen. Das Büro Behnisch und Partner wurde vom Land Berlin beauftragt, einen Vorentwurf zu erstellen, den es Ende 1995 vorlegte. Danach folgte ein heftiger Streit um das Projekt, besonders um die gläserne Fassade. Sie wurde Anfang 1997 mit einem überarbeiteten und weiterentwickelten Fassadenentwurf beendet. Das neue Haus wird sich mit dem streng modernistischen Entwurf von Behnisch gut in die Form des Platzes einfügen. Städtebaulich bewirkt es durch die Fassade einen Abschluß des Platzes. Hinter der Glasfront werden die Passanten das Innere des Gebäudes sehen können: Einen Plenarsaal im Obergeschoß, einen hellen Innenhof im Erdgeschoß mit Cafe´, Foyer, Information und Ausstellungen.

Ein Lichthof mit Wandelhalle, Skulpturengang und Galerie befindet sich auf der linken Seite. In der Mitte liegen die Ausstellungshallen, rechts Verwaltung und Werkstätten. An der Behrenstraße wird ein Gebäude errichtet, das ursprünglich als Archivbau mit Bibliothek und Lesesaal zum „Gedächtnis der Akademie“ werden sollte. Die Bauten werden zur Zeit mit weniger Geld als ursprünglich vorgesehen weitergeführt. Die Kosten der Bauten sollen 30 Millionen Mark betragen. Da das Land Berlin diese nicht tragen kann, werden sie von einem privaten Investor errichtet und teilweise auch privat genutzt werden. Für die Akademie wird darin nur wenig Raum zur Verfügung stehen.

Der Bau an der Behrenstraße wird künftig voraussichtlich rein privat, doch nicht von der Akademie selbst genutzt werden können. Derzeit wird der Entwurf dementsprechend verändert. Danach werden die Architekten den Auftrag für die endgültigen Pläne erhalten. Bis voraussichtlich Ende 1997 könnten sie vorliegen, wenn alles wie geplant abläuft. Zugleich wird mit möglichen Investoren und Nutzern verhandelt. Nachdem die fertigen Pläne der Architekten geprüft und genehmigt worden sind, kann mit dem Bau begonnen werden. Die Einweihung könnte dann noch 1999 stattfinden. Am Platz werden so Kultur, Gastronomie, Wirtschaft und Politik nebeneinander bestehen und vielleicht einmal ein neues Zentrum gesellschaftlichen Lebens in Berlin schaffen. Der Platz steht aber derzeit wegen der verschiedenen Baustile, die hier an einem Ort vertreten sind, noch im Mittelpunkt einer Berliner Architekturdebatte zwischen den Anhängern des postmodernen und jenen des historisierenden Stils. Er gilt aber schon heute unumstritten als Berlins wichtigstes touristisches Ziel.

Auf einem 6000 Quadratmeter großen Grundstück am Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor (Unter den Linden 77) eröffnete Ende August 1997 das neue Hotel „Adlon“ der Kempinski-Gruppe. Es liegt am Ostrand des Platzes und orientiert sich stark am 1945 zerstörten alten Haus. Als Pächterin führt Kempinski damit die Tradition des legendären alten Hotels „Adlon“ am selben Ort fort und will etwas vom früheren Glanz dieses luxuriösen Hauses in die neue Hauptstadt Berlin zurückbringen. Dort wurde es, bis 1907 für 20 Millionen Goldmark erbaut, vor nunmehr fast 90 Jahren eröffnet. Damals galt es bald als eines der schönsten Hotels der Welt.

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Künstler und Politiker wie Enrico Caruso, Charlie Chaplin, Greta Garbo, Kaiser Wilhelm II. und Franklin Delano Roosevelt wohnten hier, wenn sie nach Berlin kamen. Architektur, kunstvolle Innenausstattung und Technik des Hauses waren sehr angesehen.

Den damaligen Standard als Tradition fortführen und nach dem heutigen Stand der Luxusklasse in der Hotellerie noch übertreffen möchte das neue Hotel „Adlon“. Der frühere Kempinski-Vorstandsvorsitzende Franz Theodor Walterspiel strebte bei der Planung des Hotels bewußt nach der „Klasse des alten Adlon“. Die Berliner Architektengemeinschaft von Ernst-Rüdiger Patzschke und Rainer-Michael Klotz entwarf einen teils neohistoristischen, teils modernen Bau, der zugleich die alte Überlieferung des früheren Hauses aufnahm. „An einen unverwechselbaren Ort gehört auch ein unverwechselbares Haus“, so Klotz. Die Baukosten betrugen rund 435 Millionen Mark. Die Gäste sollen hier die bestmögliche Beherbergung mit allen Annehmlichkeiten erleben, worum sich zunächst rund 150, ab 1999 dann über 400 geschulte Mitarbeiter (darunter international erfahrenes Führungspersonal) kümmern werden.

Das neue Fünf-Sterne-Luxushotel mit sieben Geschossen (zwei Stockwerke mehr als das alte Haus) und einem grünen Kupferdach hat seit seiner Eröffnung insgesamt 337 Zimmer auf sechs Etagen, darunter 37 Suiten (zum Beispiel Business-Suite mit 80 Quadratmeter, Junior-Suite mit 58 Quadratmeter, Küche und zwei Bädern für 700 beziehungsweise 1000 Mark pro Nacht, fünf Pariser-Platz-Suiten für jeweils 1500, weitere Luxus-Suiten für 4800 Mark pro Nacht), 40 Arbeits- und Wohnsuiten für Geschäftsleute, zwei Präsidenten-Suiten und ein Bundeszimmer, die besonders sicher sind; vom letzteren Tagungsraum aus kann man durch eine schußsichere Scheibe direkt auf das Brandenburger Tor sehen, das mit dem Pariser Platz zu den größten touristischen Anziehungspunkten Berlins gehört. 263 Gästezimmer verschiedener Größe werden für eine Übernachtung angeboten (360 Mark für Einzel-, 460 bis 490 Mark für Doppelzimmer). Zwei Behinderten-Zimmer und 40 Zimmer für Dauergäste zählen zu diesem Angebot. Die noble Innenarchitektur des Hotels wurde von den renommierten Büros Ezra Attia mit Star-Designer Julian M. Reed (London) und Living Design mit Lars Malmquist (Stockholm) entworfen. Die technische Ausstattung der Zimmer ist sehr modern und komfortabel: Alle Räume haben zwei ISDN-Telefone, Stereofernseher, Fax- und PC-Anschlüsse. In einer hauseigenen Tiefgarage gibt es 175 Auto-Stellplätze für die Gäste. Ein hauseigener Mietwagen kann bereitgestellt werden. Im Erdgeschoß bietet das Haus einen großen Ballsaal für rund 400 Personen, zwei Wintergärten wie im alten „Adlon“, sieben Restaurants (darunter ein Bistro- und ein Gourmet-Restaurant), die „American Bar“ und eine weitere Bar in der Halle, sechs Räume für private Abend- oder Geschäftsessen und Salons für Empfänge. Neben diesen Gesellschaftsräumen finden die Gäste weitere Räumlichkeiten für Arbeitszwecke vor: Ein Konferenzzentrum, Tagungsräume, zwei hochmodern ausgestattete Büros und drei Räume für geschäftliche Treffen. Nach der Arbeit gibt es Gelegenheiten für Entspannung und Freizeit: Eine Dachgalerie, ein Cafe´, eine Ladenpassage mit 12 Geschäften, die Hotel-Galerie und eine Bibliothek, vor allem aber ein im Keller gelegenes „Wellness-Center“ für Fitneßaktivitäten wie Sauna, Dampf- und Schwimmbad laden neben Gästen auch Berliner als Clubmitglieder ein.

Nach dem Umzug in die neue Hauptstadt Berlin ist daran gedacht, das „Adlon“ als offizielles Gästehaus der Bundesregierung für Staatsbesuche zu nutzen, doch gibt es dafür noch keine Verträge. An den Hotelneubau schließt sich im selben Block dahinter die britische Botschaft an, daneben ein Bürogebäude für Bundestagsabgeordnete. Es ist ein Umbau des früheren Bildungsministeriums der DDR an der Ecke Wilhelmstraße/Behrenstraße. Weiterhin befindet sich an der südlichen Seite der Straße Unter den Linden am Platz die Russische Botschaft. Ihre architektonische Gestaltung ist ein Beispiel für den „Zuckerbäcker“-Stil der Stalin-Zeit im ehemaligen Ost-Berlin.

Auch für die Verkehrsanbindung des Pariser Platzes wird derzeit gesorgt: Zwischen dem Lehrter Bahnhof und dem Alexanderplatz wird ein Tunnel für die U-Bahnlinie 5 („Kanzlerlinie“ zum Regierungsviertel) gebaut. Fertig gestellt wird zunächst aber nur der Abschnitt vom Lehrter Bahnhof zum Pariser Platz. Bis zum Jahr 2004 soll diese Linie zum Alexanderplatz verlängert und in Betrieb genommen werden. Allein der Tunnelabschnitt bis zum Pariser Platz kostet rund 390 Millionen Mark, die fertige Strecke wird voraussichtlich mehr als 1 Milliarde Mark erfordern. Kurz vor dem Brandenburger Tor endet unter der Ebertstraße der viergleisige Ausbau des S-Bahn-Tunnels, der hier in den dreißiger Jahren entstand. Ein neuer Tunnel wird gerade vom Reichstagsgebäude aus unter dem Tiergarten hindurch zum Potsdamer Platz gebohrt. Insgesamt drei Tunneltrassen werden hier gebaut, die für Eisenbahnfern- und Regionalverkehr, Straße und U-Bahn dienen sollen.

 

 
© für sämtliche Fotos qp/Berghäuser

Als er vom Fenster seiner Wohnung am Brandenburger Tor, vom Potsdamer Platz kommend, den Fackelaufmarsch anlässlich der Machtergreifung Hitlers sah, soll Liebermann gesagt haben: „Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.“

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